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Bluthochdruck in der Schwangerschaft

Häufig leiden Schwangere unter dem sogenannten Schwangerschaftsbluthochdruck (Gestationshypertonie). Dieser entsteht vermutlich aufgrund des Ungleichgewichts zweier Hormone. Aber auch Risikofaktoren wie Übergewicht und genetische Veranlagung spielen eine große Rolle. Zudem sind Frauen anfälliger, die bereits vor der Schwangerschaft erhöhten Blutdruck hatten.

Der Bluthochdruck der Mutter kann sich negativ auf das Kind auswirken, da dadurch der Mutterkuchen reduziert durchblutet wird. Viele Frauenärzte therapieren ihre Patientinnen in dem Fall mit einer niedrigen Dosis Acetylsalicylsäure (z. Bsp. Aspirin), vor allem wenn die Blutfließgeschwindigkeit in der Gebärmutter beeinträchtigt wird. Die Wirksamkeit konnte in bisherigen Studien allerdings noch nicht eindeutig nachgewiesen werden.

Die Nahrungs- und Sauerstoffzufuhr des Kindes kann zwar von außen nicht gesteuert werden, aber es ist möglich, mit dem sogenannten Doppler-Ultraschall die Durchblutung des ungeborenen Kindes zu messen. Oft wirkt sich der Bluthochdruck der Mutter nämlich gar nicht negativ auf das Kind aus, dann reicht die regelmäßige Kontrolle. Nur selten sind die Funktionen des Mutterkuchens beeinträchtigt. Ist dies der Fall, lässt sich die Komplikation per Ultraschall feststellen. Der Arzt muss dann entscheiden, ob der Umstand das Kind gefährdet und ob die Schwangerschaft beendet werden muss, indem die Geburt eingeleitet wird.

Leidet die werdende Mutter unter leicht erhöhten Blutdruckwerten, können Medikamente aus der Apotheke helfen. Verschiedene Präparate haben keinerlei Einwirkung auf das Kind. Wird der Blutdruck gesenkt, steigert sich dadurch die Durchblutung im Mutterkuchen. Ihr Arzt kann Ihnen genau sagen, ob eine Medikation notwendig und welches Präparat besonders geeignet ist. Oft wird hierbei ein Blutdruckmessgerät 24 Stunden lang regelmäßig angewendet, so dass er mittelt werden kann, wie sich die Werte über einen Tag verteilt verändern. Einige Messgeräte funktionieren automatisch. Schwangere können aber erlernen, mit einem Messgerät zu Hause umzugehen.

Bei starker Erhöhung des Blutdruckes kann die Niere beeinträchtigt werden. Diese sondert dann vermehrt Eiweiß ab. Wird die Erkrankung nicht therapiert, kann es zu Störungen im Nervensystem kommen, die sich mit Sehstörungen, Kopfschmerzen oder Schmerzen im Oberbauch bemerkbar macht. Die ehemals bezeichnete EPH-Gestrose bzw. Schwangerschaftsvergiftung kann im schlimmsten Fall zu einem Krampfanfall führen. Dies stellt ein Risiko für Mutter und Kind dar. Schwangere mit den oben genannten Symptomen sollten demnach so schnell wie möglich den Frauenarzt aufsuchen.

Eine besondere Form der schwangerschaftsinduzierten Hypertonie ist das sogenannte HELLP Syndrom. HELLP bedeutet Hemolysis (Auflösung der roten Blutkörperchen), Elevated Liver Enzymes (Erhöhung verschiedener Leberenzyme) sowie Low Platelet Count (Reduzierung der Blutplättchenkonzentration). Die Diagnose kann aufgrund einer Blutprobe gestellt werden, welches vorher entnommen wird. Die Ursache der Erkrankung konnte bislang nicht nicht eindeutig geklärt werden. Oft bleibt nur die Möglichkeit, die Geburt vorzeitig einzuleiten, um das Blutungsrisiko auszuschließen. Frühsymptome treten eher selten auf, deshalb ist eine Blutuntersuchung bei plötzlichem Bluthochdruck sinnvoll.