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Borreliose

Vor allem in waldreichen Gebieten sollte man versuchen, sich vor Zecken zu schützen, denn sie übertragen die sogenannten Borrelien, welche die Borreliose auslösen. Die Zecken, welche sich vom Blut des Wirts ernähren, geben dann die Erreger über die Wunde an diesen weiter.

Symptome: Meistens wird eine Zecke an einer bestimmten Körperstelle entdeckt, deshalb lässt sich die lokale Stelle normalerweise schnell erkennen. Die Bisswunde sollten Betroffene in nächster Zeit gut im Auge behalten, damit Veränderungen bemerkt werden. Aber keine Sorge: nicht jeder Zeckenbiss führt zwangsweise zu einer Borreliose.

Im Falle der Infektion können sich die Erreger im Körper ausbreiten. Doch die Symptome sowie die Dauer des Krankheitsverlaufs können ganz unterschiedlich ausfallen. Daher teilen Mediziner die Borreliose in verschiedene Stadien ein. Eine plötzliche Spontanheilung kann jederzeit in jedem Stadium eintreten, zudem verläuft etwa jede zweite Infektion vollkommen ohne Beschwerden.

Vom Stadium I der Infektion sprechen Mediziner, wenn die Borrelien durch die Einstichstelle in den Körper gelangen. Infolge dessen bildet sich in der Regel ein roter Fleck um die Bisswunde, der sich unter Umständen ausdehnt (wandernde Röte, Erythema migrans). In der Mitte jedoch bleibt eine helle Stelle. Begleiterscheinungen sind Fieber, eine Bindehautentzündung, Kopf- und Muskelschmerzen, Gelenkentzündungen sowie Schwellungen der Lymphknoten. Bei etwa 30 Prozent der Borrelieninfizierten tritt die charakteristische Hautrötung nicht auf.

Wird das Stadium II der Borreliose nach mehreren Wochen oder Monaten erreicht, treten oftmals (vor allem im Bereich des Zeckenbisses) brennende Nervenschmerzen auf. Weitere typische Symptome sind Lymphknotenschwellungen, Lähmungen und Gefühlsstörungen. Zudem kann das Herz betroffen sein (Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündung). In seltenen Fällen bilden sich rötliche Hauttumore an den Ohrläppchen (insbesondere bei Kindern), Brustwarzen oder an den Hoden.

Bei Stadium III der Borreliose kann es noch einige Jahre nach der Infektion zu den sogenannten Spätmanifestationen kommen, meistens in Form einer Gelenkentzündung (Lyme-Arthritis in Knie-, Sprung-, Ellenbogen-, Finger-, Zehen- oder Handwurzelgelenken). Die Entzündung muss zwar nicht zwangsweise behandelt werden, kann aber immer wieder auftreten. Weitere Spätsymptome sind Schwellungen der Haut (besonders an den Gelenken, Unterarmen oder Unterschenkeln). Häufig färben sich die betroffenen Stellen dann blaurot.

Ursachen: Bei den Borrelien handelt es sich um Bakterien, die durch den Zeckenbiss übertragen werden, sofern die Zecke selbst diese Erreger in sich trägt. Sie infizieren sich zumeist bei Nagetieren und Vögel und tragen dann die Borreliose-Erreger im Verdauungstrakt in sich.

Zecken leben immer auf höheren Sträuchern oder Bäumen. Erspähen sie einen Wirt (Hund oder Mensch), lassen sie sich fallen und beißen sich am „Blutspender“ fest. Durch den Biss geben die Parasiten Speichel an den Wirt ab, welches neben möglichen Erregern wie den Borrelien auch schmerz- und gerinnungshemmende Substanzen enthält. Daher bemerken viele Betroffene den Biss der Zecke nicht.

Inkubationszeit: Die Zeit zwischen der Ansteckung mit dem Krankheitserreger und dem Auftreten der ersten Symptome kann ganz verschieden lang ausfallen. Bei einigen setzen die Beschwerden bereits nach wenigen Tagen ein, bei anderen können viele Wochen, Monate oder gar Jahre vergehen, bis die Stadien II und III beginnen.

Diagnose: Nach einiger Zeit fallen Zecken von allein vom Wirt ab. Sofern eine festgebissene Zecke allerdings entdeckt wird, sollte diese möglichst rasch entfernt werden. Sobald Betroffene Veränderungen der Bisswunde bemerken, sollten sie einen Arzt zu Rate ziehen. Dieser wird vorerst eine Anamnese (Krankheitsvorgeschichte) erheben. Durch eine Blutentnahme lassen sich Antikörper gegen die Borrelien im Blut nachweisen, vorausgesetzt dass ein Verdacht auf Borreliose besteht. Diese lassen sich ca. zwei bis vier Wochen nach dem Zeckenbiss nachweisen, in einigen Fällen allerdings erst nach zwei Monaten. Deshalb muss eine Kontrolle eventuell wiederholt werden. Aber auch eine positive Blutprobe bedeutet nicht unbedingt, dass die Infektion vor wenigen Wochen stattgefunden hat, da die Erreger jahrelang im Blut nachweisbar sind.

Sofort nach dem Zeckenbiss ist es möglich, die Borreliose-Erreger mit einer Bakterien-Kultur zu entdecken. Zudem lässt sich die Krankheit mit der sogenannten Polymerase-Kettenreaktion (PCR) erkennen. Sofern der Patient vermutlich unter Neuroborreliose leidet (Lähmungen, Nervenschmerzen), ist ein Krankenhausaufenthalt notwendig. Dort kann die Rückenmarksflüssigkeit überprüft werden. Anhand dieser Maßnahme kann untersucht werden, ob die Borrelien-Erreger das Nervensystem bereits erreicht haben.

Behandlung: Häufig verläuft die Borreliose komplikationslos und ohne Beschwerden. Eine Therapie mit Hilfe von Antibiotika kann allerdings das Risiko einer Nerven- oder organischen Erkrankung senken. Antibiotika können in jedem Stadium der Borreliose eingenommen werden. Dennoch gilt: je eher mit einer Behandlung begonnen wird, desto eher kann die Erkrankung gestoppt werden. Bei der Hautinfektion dauert die Antibiotikatherapie zwei Wochen, in einem späteren Stadium ist die Einnahme von drei bis vier Wochen ratsam. Zur Vorbeugung werden Antibiotika (mit vereinzelten Ausnahmen) nicht verabreicht.

Übrigens: Sofern die Borreliose frühzeitig erkannt und behandelt wird, kann sie ohne Spätfolgen abheilen. Bei einigen Patienten bleiben jedoch harmlose Spätbeschwerden trotz korrekt angewendeter Behandlung zurück. Diese sind den Symptomen des zweiten Stadiums sehr ähnlich, treten meisten aber in vereinzelten Schüben auf.