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Erkrankungen in der Schwangerschaft

Juckreiz: In einigen Schwangerschaften kommt es plötzlich zu einem Juckreiz am ganzen Körper. Verursacht wird dieser durch den Abbau der Schwangerschaftshormone in der Leber der Schwangeren. Der Arzt wird Ihnen sagen, welche Therapie sinnvoll ist. Er kann mit Hilfe einer Blutentnahme eine genaue Diagnose stellen und ggf. wirksame Medikamente verschreiben. Begleitend zur Behandlung können kalt-warme Wechselduschen das Wohlbefinden steigern.

Infektionen (Röteln, Toxoplasmose): Treten während der Schwangerschaft Infektionen auf, können diese zu unvorhersehbaren Komplikationen führen. Zu den wichtigsten Infektionserkrankungen gehören:

Röteln: Da Röteln in der Schwangerschaft verheerende Auswirkungen haben können, werden Schwangere generell auf ihren Impfstatus geprüft. Eine Infektion in den ersten Wochen und Monaten kann zu Hörstörungen und sogar zu einem Herzfehler des Kindes führen. Antikörper können zwar eine Infektion blockieren, dennoch sollten spezialisierte Ärzte die Schwangere betreuen, um schlimmere Ausmaße zu verhindern. Mittlerweile wird jedes Mädchen gegen Röteln geimpft. Dies geschieht oftmals im 12. oder 13 Lebensjahr, denn der Impfschutz hält einige Jahre an. Bei Schwangeren wird dann die Menge der Antikörper festgestellt, das heißt der Arzt kann kontrollieren, ob eine ausreichende Immunität vorhanden ist. Ist dies nicht der Fall, sollte im Wochenbett geimpft werden, da gegen Röteln während der Schwangerschaft nicht mehr geimpft werden darf. Ist der Impfschutz nicht ausreichend vorhanden, sollten Schwangere unbedingt jegliche Infektionsgefahr meiden.

Toxoplasmose: Toxoplasmose wird durch rohes Fleisch und älteren Katzenkot übertragen. In den letzten Schwangerschaftswochen ist das Infektionsrisiko am höchsten. Schwangere ohne Antikörper sollten deshalb niemals rohes Fleisch oder ungewaschenen Salat essen sowie unbedingt den Kontakt mit Katzenkot vermeiden. Das heißt, dass Schwangere zum Beispiel niemals ein Katzenklo sauber machen sollten. Infizieren sich Schwangere trotzdem, können Antibiotika die Gefahr bleibender Schäden beim Kind verringern. Die Inkubationszeit, also der Zeitraum zwischen der Erkrkankung und dem Beginn der Symptomatik, dauert etwa ein bis drei Wochen. Schwangere mit einem gut funktionierenden Immunsystem haben gute Chancen, die Toxoplasmose ohne bleibende Schäden zu überstehen. Selten wird die Infektion von leichtem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit und Lymphknotenschwellungen im Halsbereich begleitet.

Windpocken: Windpockeninfektionen machen sich bei Erwachsenen schnell als Gürtelrose bemerkbar, welche ebenfalls infektiös ist. Vor allem Kinder sind sehr anfällig auf die Erkrankung, daher ist die Infektionsgefahr in Kindergärten und Grundschulen recht hoch. Bei unzureichenden Antikörpern sollten Schwangere unbedingt den Kontakt meiden sowie Infektionsquellen fern bleiben. Kommt es dennoch zur Ansteckung, können innerhalb der nächsten 72 Stunden Antikörper zugeführt werden, um die Infektion zu blockieren. Nicht alle Ärzte befürworten allerdings diese Maßnahme.

Infektionen werden außerdem durch das Zytomegalievirus (Pfeiffersches Drüsenfieber), das Parvovirus B19 und durch Chlamydien (im Gebärmutterhals) ausgelöst. Bei Fragen gibt Ihnen Ihr Frauenarzt Aufschluss.

Haarausfall: Äußerst selten klagen Schwangere über plötzlichen Haarausfall. Bisher konnte die Ursache hierfür nicht nicht geklärt werden, denn häufig stellt sich während der Schwangerschaft genau das Gegenteil ein: Frauen bemerken eher weniger Haarausfall. Der Verlust von 50 bis 100 Haaren am Tag ist völlig normal. Nach der Geburt meinen viele Frauen, sie würden unter Haarausfall leiden. In Wirklichkeit normalisiert sich dieser allerdings, da der Haarausfall während der Schwangerschaft weniger geworden ist.

Pilzinfektion: Während der Schwangerschaft wird das Immunsystem beeinträchtigt und infolge dessen geschwächt. Deshalb können sich Infektionen viel schneller ausbreiten und Schwangere bekommen häufiger Scheidenpilz. Mit Scheidenzäpfchen lässt sich die Erkrankung oftmals schnell und effizient behandeln. Der Wirkstoff Nystatin (z. Bsp. In Moronal) eignet sich vor allem in den ersten Schwangerschaftswochen. Im fortgeschrittenen Stadium und bei stärkeren Infektionen empfiehlen sich eher Präparate mit Cotrimazol (z. Bsp. Canesten).

Verstopfung der Nase: Bekannt ist zudem die sogenannte Schwangerschafts-Rhinopathie, dabei handelt sich sich um eine verstopfte Nase. Vermutlich ist diese auf das Anschwellen der Nasenschleimhaut zurückzuführen, welche durch Schwangerschaftshormone ausgelöst wird. Die geschwollene Schleimhaut wird dann von einer Erschwerten Atmung durch die Nase begleitet. Die Einnahme von Tropfen bzw. Nasensprays, welche die Nasenschleimhaut befeuchten, sind völlig unbedenklich. Die 0,9% NaCl-Lösung kann hierbei helfen. Zudem können zusätzlich Dexpanthenol haltige Nasensprays (z. Bsp. NasiCur) angewendet werden. Ist die Nase überwiegend in der Nacht verstopft, lohnt sich der Versuch, mit speziellen Nasenpflastern die Nasenklappen weiter zu stellen. Die herkömmlichen Nasensprays mit abschwellender Wirkung sollten nur über einen kurzen Zeitraum eingenommen werden, das sich mit der Zeit ein Gewöhnungseffekt einstellt.