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Fisteln und Abszesse

Einige Menschen leiden unter verschiedenen Beschwerden, die ihnen unangenehm oder gar peinlich sind. Infolge dessen wird der notwendige Gang zum Arzt oft heraus gezögert. Zu diesen Leiden gehört auch die Analfistel. Patienten sollte aber bewusst sein, dass sie jeden befallen kann und dass sie sich hierfür nicht genieren müssen.

Fisteln sind nicht natürlich und bilden sich aufgrund einer Fehlanlage bei der Geburt oder im Laufe des Lebens. Sie sind sogenannte Hohlkörper, die innerhalb des Körpers nahe liegende Hohlorgane miteinander verbindet. Die äußeren Fisteln dagegen bilden sich, wenn ein Gang eines Organs ausgehend in Richtung Haut wächst, diese durchbricht oder sich schließlich als Sackgasse erweist. So ist zum Beispiel eine Scheiden-Blasen-Fistel eine innere Fistel, da sie aufgrund eines Scheidentumors zur Blase wandert oder die Organwände bei der Geburt oder während einer Operation beschädigt wurden. Äußere Fisteln können im Prinzip an jeder Stelle entstehen, häufig entwickeln sie sich aber im Analbereich.

Symptome und Ursache der Analfistel: Analfisteln bilden sich häufig infolge von Abszessen. Dabei entzünden sich die Drüsen an der Grenze zwischen Darm und After. Dies wird von heftigen Schmerzen und oftmals auch von Fieber begleitet. Das Abszess muss dringend vom Chirurgen geöffnet werden, da sonst im schlimmsten Fall eine Blutvergiftung droht. Zudem können immer wieder auftretende Entzündungen das Gewebe zerstören und sich sogar bis nach außen treten, wenn sie die Haut durchbrechen. In diesem Fall bemerken Betroffene oft Rückstände vom Stuhlgang oder Eiter in der Unterwäsche. Fisteln verschwinden ohne medizinische Behandlungen nur selten von allein und breiten sich aus. Daher ist ein chirurgischer Eingriff notwendig. Spätestens bei Kontinenzproblemen und oder Schmerzen besteht dringender Handlungsbedarf.

Therapie: Die Untersuchung führt der Arzt mithilfe einer Sonde, Ultraschall oder Zufuhr von Farbstoff durch. Die Entzündung sollte aber vor dem Eingriff etwas abgeklungen sein. Hierfür legt der Arzt eine Gummischlinge oder einen Faden in den Hohlgang, damit der Eiter abfließen und die Entzündung schneller heilen kann. Beim chirurigschen Schnitt wird der Patient entweder lokal betäubt oder bekommt eine Vollnarkose. Je nach Lage und Ausbreitung der Fistel entscheidet der Arzt, welches Operationsverfahren sinnvoll ist. Wichtig dabei ist aber, dass nur ein kleines Stück des Schließmuskelrings durchtrennt wird, damit keine Probleme beim Stuhlgang auftreten. Die häufigste Anwendung ist die Fistulotomie (Fistelspaltung): dabei führt der Arzt eine Sonde in den Fistelkanal ein. Den Schnitt beginnt er an der Afteröffnung und schneidet Richtung Sonde. Oft wird zudem die zugehörige Afterdrüse entnommen. Sofern nur ein kleiner Teil des Schließmuskels entfernt wird, funktioniert dieser nach der Operation tadellos. Die Heilungschance liegt beinahe bei 100 Prozent.

Komplizierter wird es, wenn sich die Fisteln im oberen Bereich des Schließmuskels oder darüber befinden. Dann ist die Operation mittels der Sonde nicht möglich, da der gesamte Muskelring quer durchtrennt und dies die Kontinenz gefährden würde. Ärzte greifen aus diesem Grund deshalb auf die Fistelektomie zurück: sie trennen den Hohlgang mitsamt seinen Wänden aus dem Gewebe. Die Darmöffnung wird anschließend zugenäht und mit Gewebe bedeckt.

Alternativ ist es möglich, den Hohlkanal mit Fibrinkleber auszufüllen oder ihn mit dem sogenannten Plug (engl. Für Stöpsel) zu verschließen. Dieser Plug ist aus Schweinedarm und dem Gewebe sehr ähnlich, so dass es einwachsen und die Fistel verschließen soll. Einige Experten stehen den beiden Anwendungen jedoch skeptisch gegenüber: zum einen bleiben die Seiten und das Gewebe der Fistel bestehen, zum anderen halten die Füllstoffe dem Druck bei Stuhlgang nicht stand. Das Risiko der Neubildung einer Fistel sowie einer Entzündung wird von vielen Medizinern hoch eingeschätzt. Daher sollten die genannten Methoden nur durchgeführt werden, wenn eine Operation zu riskant ist.

Wie gefährlich ist die Operation? Ob die Operation erfolgreich ist, hängt stark von der Kompetenz des Arztes ab, aber auch die Lage und Ausdehnung der Fistel spielen eine große Rolle. Die häufigste negative Folge der Operation ist das Wiederauftreten der Fistel. Viele Patienten haben vielmehr Angst vor der Inkontinenz, diese tritt aber nur selten infolge des Eingriffes auf.