Ihre freundliche Apotheke in Braunschweig!
0531 / 45306 • Casparistr. 5-6

Hydrozephalus

Hydrozephalus ist eine Krankheit, die viele ältere Menschen betrifft. Etwa 0,5 Prozent der Deutschen über 65 Jahre erkranken daran, das sind etwa 800.000 Patienten in der Bundesrepublik. Häufig wird die Erkrankung aber nicht richtig diagnostiziert, sondern als altersbedingte Demenz abgetan.

Symptome: Patienten mit Normaldruck-Hydrozephalus leiden vor allem unter Gehstörungen (schlurfender Gang), Harninkontinenz (häufiges Wasserlassen und Unfähigkeit das Wasser zu halten) sowie unter einer leichten Demenz (Vergesslichkeit, Verschlechterung des Kurzzeitgedächtnisses, Motivationslosigkeit in Hinsicht auf Aktivitäten und Unternehmungen).

Oftmals sind ältere Patienten betroffen, aber auch Kinder und jüngere Erwachsene können an Hydrozephalus erkranken. Bei älteren Kindern und Erwachsene treten häufig Beschwerden wie Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit und Antriebsstörungen auf. Bei Kleinkindern ist vor allem der Kopf vergrößert, es zeichnen sich Hautvenen am Schädel ab und es kommen eine verzögerte Entwicklung sowie Bewegungsstörungen hinzu.

Ursachen: Wie es zum Hydrozephalus kommt ist noch nicht vollkommen erforscht. Die Erkrankung entsteht vermutlich überwiegend aufgrund einer Vergrößerung der Hirnventrikel. Diese lösen Störungen der Nervenbahnen zwischen Gehirn und Rückenmark aus, so dass es zu den genannten Symptomen kommt. Das als Wasserkopf bezeichnete Phänomen dagegen, das bei Kindern zu beobachten ist, kann auf Tumore oder Fehlentwicklungen zurückgeführt werden. Letzteres kann gravierende Folgen haben, da der Hirndruck häufig stark ansteigt und somit Bewusstseinsstörungen begünstigt.

Der altersbedingte Hirndruck dagegen verläuft schleichender, da der enorme Hirndruck in vielen Fällen vorübergehend ist, aber dennoch viele Nervenzellen zerstören kann. Der Name „Normaldruck“-Hydrozephalus als allerdings irreführend, da es sich dabei keinesfalls um einen normalen Druck handelt.

Diagnostik: Der Normaldruck-Hydrozephalus lässt sich unter Umständen schwer diagnostizieren, da die Symptome häufig nacheinander auftreten. Zudem werden die Beschwerden oft von anderen Krankheiten begleitet, die bei älteren Menschen häufig in Erscheinung treten, wie zum Beispiel Alzheimer, Arthrose oder die Parkinson-Krankheit. Mit verschiedenen medizinischen Verfahren kann der Hydrozephalus allerdings entdeckt werden. So können eine Computertomographie (CT), eine Magnetresonanztomographie, neuropsychologische Tests, die Lumbaldrainage von Liquor, eine Lumbalpunktion sowie die erweiterte Lumbalpunktion Aufschluss geben.

Therapie: Sofern die Erkrankung erkannt wird, kann der Arzt eine Behandlung veranlassen, die dem Patienten vorübergehend hilft. Bereits nach einer Lumbalpunktion oder der Entnahme von wenig Nervenwasser aus dem Wirbelkanal lassen die Symptome bei den Betroffenen deutlich nach, vorausgesetzt es handelt sich tatsächlich um einen Normaldruckhydrozephalus. Durch die Punktion wird der Druck gesenkt. Allerdings ist die Wirkungsdauer begrenzt, da der Überdruck oft nach einiger Zeit wieder auftritt. Deshalb muss der Patient die Punktion alle paar Wochen wiederholen lassen. Alternativ kann eine Operation helfen, welche das Krankheitsbild heilen kann. Hierbei baut der Chirurg ein Ventil in das Hirnkammersystem ein, welches das überschüssige Nervenwasser in die Hohlvene oder in den Bauchraum abtransportiert, wo es dschließlich vom Bauchfell aufgenommen wird.