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Komplikationen in der Frühschwangerschaft

Mit der Frühschwangerschaft ist die Schwangerschaft bis zur 12. Woche, also bis zum 3. Monat, gemeint. In dieser Entwicklungsphase des Embryos kommt es nicht selten zu Komplikationen. Viele Patientinnen müssen in dieser Zeit den Frauenarzt aufgrund von vaginalen Blutungen aufsuchen. Meistens ist die Blutung ungefährlich, da es sich um eine unterregelstarke Blutung handelt. Auch können Blutungen auftreten, die gar nicht mit der Schwangerschaft zusammenhängen wie z. Bsp. Polypen oder ein sensibler Gebärmutterhals. Solche Blutungen in der Frühschwangerschaft sollten jedoch niemals auf die leichte Schulter genommen werden, denn diese können außerdem auf zwei Ursachen zurückgeführt werden, welche die Fortführung der Schwangerschaft bedeuten: zum einen kann eine Fehlgeburt drohen, zum anderen kann es sein, dass sich die Eizelle nicht richtig eingenistet hat wie es unter anderem bei der Eileiterschwangerschaft der Fall ist. Hierbei nistet sich die Zygote fälschlicherweise in der Schleimhaut des Eileiters ein.

Liegt eine Eileiterschwangerschaft vor, kommt bei einigen Patientinnen zu einer leichten Blutung aus der Gebärmutter, in der die Befruchtung irrtümlicherweise nicht stattgefunden hat. Falls die Frucht im Eileiter noch keine eigenständige Verdrängung des Eileiters auslöst (dies passiert erst ab einer bestimmten Größe, oft ab der 7. oder 8. Schwangerschaftswoche), kann die Eileiterschwangerschaft unbemerkt einige Wochen andauern, da sie im frühen Stadium häufig keine Schmerzen verursacht. Selbst durch einen Ultraschall lässt sich in den ersten Schwangerschaftswochen die Diagnose nicht immer sicher stellen, da zum Beispiel in der frühen Schwangerschaft die Fruchthöhle noch zu klein ist. Um sicher zu gehen, dass die Schwangerschaft unkompliziert verläuft, sollte alle 1 bis 2 Wochen eine Kontrolluntersuchung durch den Frauenarzt stattfinden.

Bedrohlich für die Entwicklung der Schwangerschaft sind Blutungen, die auf eine Fehlgeburt hindeuten. Selten treten die Blutungen sogar auf, wenn die Fehlgeburt bereits stattfindet. Eine Ultraschalluntersuchung gibt Aufschluss, ob die Schwangerschaft komplikationslos verläuft. Ab der 6. Schwangerschaftswoche ist es möglich, die Herztöne des Fötus zu kontrollieren. Aber auch die Herztöne müssen ständig überprüft werden, wenn zum Beispiel nicht ganz klar ist, in welcher Schwangerschaftswoche sich die Patientin befindet. Mit Hilfe der Ultraschalluntersuchung kann man eine intakte Frühschwangerschaft von einer Fehlanlage ohne Embryo, einem sogenannten Windei (leere Fruchthöhle), unterscheiden.

Verläuft die Schwangerschaft bis auf die Blutung beschwerdefrei, kann als einzige sinnvolle Therapie die absolute Bettruhe verordnet werden. Ist der Gelbkörperhormonspiegel im Blut niedrig, lohnt sich die Zufuhr von Hormonen in den ersten 12 Schwangerschaftswochen. Vorausgesetzt die Blutung ist unterregelstark, reicht oftmals eine ambulante Betreuung aus. Die überregelstarke Blutung hingegen erfordert meistens einen stationären Aufenthalt. Häufig lässt die Blutung nach einigen Tagen nach. Bekannt sind zudem Schwangerschaften, in denen Blutung immer wieder auftreten, allerdings oft ab Ende des zweiten Drittels der Schwangerschaft seltener werden. In diesem Fall kann die Schwangerschaft ohne weiteren Schwierigkeiten verlaufen.

Zeigt das Ultraschallbild plötzlich keine Fruchthöhle mehr, obwohl diese zuvor erkannt wurde, ist von einer bereits abgegangenen Schwangerschaft auszugehen. Häufig ist dann nach der Fehlgeburt eine Ausschabung notwendig, um alle Reste der Schwangerschaft zu entfernen. Findet die Fehlgeburt in einem sehr frühen Stadium statt, reicht manchmal die engmaschige Überwachung des Schwangerschaftshormons aus, welches normalerweise von selbst abfallen sollte. Geschieht dies nicht, können diese Schwangerschaftsreste eine Entzündungen auslösen.

Mediziner gehen davon aus, dass etwa jede zweite Schwangerschaft als Fehlgeburt endet. Häufig bemerken die betroffenen Frauen aber gar nicht, dass sie schwanger sind. Treten drei oder mehr Fehlgeburten auf, spricht der Fachmann von sogenannten habituellen Fehlgeburten. Hier sollten sich beide Partner für eine humangenetische Untersuchung entscheiden. Sinnvoll ist außerdem die Abklärung hormoneller Störungen. So kann zum Beispiel bei einem erhöhten Homocasteinwert eine hoch dosierte Zufuhr von Folsäure veranlasst werden. Zudem sollte die Frau ihr Blutgerinnungssystem kontrollieren lassen. Wird hierbei eine Störung festgestellt, hilft eine spezielle Behandlung mit Heparin und Acetylsalicylsäure. Dies kann das Risiko einer Fehlgeburt deutlich mindern.