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Komplikationen in der zweiten Schwangerschaftshälfte

Blutungen: Während sich Blutungen in den ersten Schwangerschaftswochen kaum ursächlich behandeln lassen, sollten Frauen dringend den Gynäkologen oder gar ein Krankenhaus aufsuchen, wenn Blutungen in der zweiten Schwangerschaftshälfte auftreten. Folgende Faktoren können die Blutung auslösen:

  • Bei einer Verkürzung des Gebärmutterhalses bei frühzeitigen Wehen, wird die Blutung häufig von einer erhöhten Schleimproduktion begleitet. Oftmals klagen die Frauen zudem über einen ziehenden Schmerz.

  • Die Blutung könnte aus dem sensiblen Gebärmutterhals stammen, diese tritt häufig nach einer Tastuntersuchung beim Frauenarzt oder nach dem Geschlechtsverkehr auf.

  • Die Ursache einer Blutung kann zudem aus dem tief liegenden oder dem vorliegenden Muttermund stammen, dem sogenannten tiefen Plazentasitz (Placenta praevia). Während die Gebärmutter an Volumen zunimmt, tritt die Plazenta immer mehr aus ihrer tiefen Position heraus. Eine Blutung bei tief sitzendem Mutterkuchen sollte niemals auf die leichte Schulter genommen, sondern sofort dem Krankenhaus mitgeteilt werden. Durch Ultraschall lässt sich feststellen, wie weit der Mutterkuchen an den Muttermund heran reicht. Liegt die Plazenta direkt davor, also ein vorliegender Sitz der Plazenta, ist eine Vaginale Geburt nicht möglich.

  • Eine Blutung kann auftreten, wenn sich die Plazenta vorzeitig ablöst. Dies passiert glücklicherweise nur sehr selten und wird von starken Schmerzen begleitet. Die vorzeitige Ablösung des Mutterkuchens ist für Mutter und Kind lebensgefährlich.

Die Ursache der plötzlichen Blutung sollte dringend geklärt werden. Die Diagnose kann im Krankenhaus mit Einbezug Ihrer Angaben (Wann trat die Blutung auf? Wird sie begleitet von Schmerzen?), beim Gynäkologen (ist die Blutung auf den sensiblen Gebärmutterhals zurückzuführen?), mithilfe eines Ultraschalls oder Kardiotokografie (CTG) gestellt werden.

Frühzeitige Wehen: Bei etwa jeder 10. Schwangerschaft treten frühzeitige Wehen ein. Zu Komplikationen kommt es aber selten, da mithilfe von Wehenhemmern eine Geburt zum errechneten Termin möglich ist. Risikofaktoren, die vorzeitige Wehen beeinflussen, sind zum Beispiel Stress, starke körperliche Anstrengung und Infektionen. Daher wird bei frühzeitigen Wehen ein Abstrich aus der Scheide vorgenommen, um mögliche Infektionen zu erkennen. Auch der Säurestatus des Scheidenmilieus kann zur Diagnose hinzugezogen werden, denn bei bestimmten Infektionen erhöht sich der pH-Wert in der Scheide. Der pH-Wert sollte optimaler Weise einen Wert von 4.0 aufzeigen, denn erhöhte Werte können eine Frühgeburt begünstigen.

Ein lokales Antibiotikum hilft gegen starke Infektionen. Doch auch Magnesiummangel kann vorzeitige Wehen auslösen, hierbei reicht die Zufuhr eines hoch dosierten Magnesiumpräparates. Nach der Anwendung folgt dann der Aufbau des optimalen Scheidenmilieus mithilfe von Milchsäuren oder Milchsäurebakterien. Beides ist in der Apotheke rezeptfrei erhältlich. Schwangere, die ein höheres Risiko einer Fehlgeburt tragen, können die geeigneten Scheidenzäpfchen prophylaktisch anwenden, um zumindest das Infektionsrisiko zu senken.

Treten ziehende Schmerzen im Unterleib auf, sollte immer ausgeschlossen werden, dass es sich um frühzeitige Wehen handelt. Hierbei erfolgt üblicherweise ab der 20. Schwangerschaftswoche die Anlage eines CTGs. Des weiteren kann die Gebärmutter abgetastet und eine Ultraschalluntersuchung sowie ein Abstrich durchgeführt werden.

Liegt tatsächlich eine vorzeitige Wehentätigkeit vor, wird normalerweise absolute Bettruhe verordnet, um die Überlebenschancen des Kindes zu erhöhen. Wehenhemmende Medikamente können zwar verabreicht werden, dies ist in Deutschland sogar weit verbreitet, doch der Nutzen der längeren Einnahme konnte bislang in Studien nicht nachgewiesen werden. Bisher konnte nur erwiesen werden, dass die Mittel eine Schwangerschaft bis zu 48 Stunden verlängern. Dieser Zeitraum ist deshalb so wichtig, da man bei einer drohenden Frühgeburt mithilfe eines Medikamentes die Lungenreifung des Kindes beschleunigen kann. Kommt das Kind dennoch zu früh zur Welt, kann das Neugeborene durch das zuvor zugeführte Medikament oft besser atmen. Treten Wehen demnach vorzeitig auf, also vor Ende der 34. Schwangerschaftswoche, kann das Medikament in zwei Gaben verabreicht werden. Ob die wiederholte Zufuhr des Medikaments im Abstand mehrerer Wochen einen Effekt zeigt, ist noch nicht völlig erforscht.

Frühgeburt: Kommt das Kind vor Ende der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt, handelt es sich hierbei um eine Frühgeburt. Kinderärzte unterscheiden des weiteren zwischen einer sehr frühen Frühgeburt (vor der 28. Schwangerschaftswoche) und einer frühen Frühgeburt (28. bis 34. Schwangerschaftswoche). Geburten ab der 34. Schwangerschaftswoche sind mit einer entsprechenden Vorbereitung oft komplikationsfrei.

Oftmals geht es dem Kind in der Gebärmutter sehr gut, so dass Ärzte meist versuchen, mit verschiedenen Maßnahmen, die Geburt so lange wie möglich hinauszuzögern. In einigen Fällen, sind aber alle Versuche vergebens, so dass alle Vorkehrungen für eine Frühgeburt getroffen werden müssen. Dazu gehört unter anderem die Entbindung in spezialisierten Räumlichkeiten (Perinatalzentrum), in dem Kinderärzte, die mit Neugeborenen Erfahrung haben (Neonatologen), Hand in Hand mit den zuständigen Geburtshelfern arbeiten. Vorerst muss geprüft werden, in welcher Lage sich das Kind in der Gebärmutter befindet (Schädellage oder mit dem Steiß nach unten). Zudem kontrollieren die Ärzte den Geburtsvorgang und entscheiden dann, ob sich die Geburt mit wehenhemmenden Medikamenten aufhalten lässt. Nebenher werden die Herztöne des Kindes ständig gemessen, die gibt darüber Aufschluss über sein Befinden. Alle Maßnahmen zielen auf eine möglichst schonende Geburt für Mutter und Kind ab. Wichtig vor Ende der 34. Schwangerschaftswoche ist die Gabe von Medikamenten, welche die Lungenfunktionen des Kindes fördern. Das Arzneimittel wird der Schwangeren zwei Mal in Abständen von 24 Stunden gespritzt.

Frühgeborene werden direkt nach der Entbindung an die Kinderärzte übergeben. Diese versorgen den Säugling in einem warmen Raum zunächst mit ausreichend Sauerstoff, in einigen Fällen ist die künstliche Beatmung notwendig. Des weiteren wird die Herzfunktion mit Hilfe eines EKGs sowie einer Blutdruck- und Sauerstoffmessung kontrolliert. Sobald der Kreislauf stabil ist, wird das Kind in ein Wärmebett (Inkubator) gelegt. Die Eltern dürfen ihr Kind so schnell wie möglich sehen, da dies vermutlich die Entwicklung des Kindes fördert. In den nächsten Wochen zeigt sich, in wie weit sich die Organe entwickeln, oft treten hierbei einige Probleme auf. Zum Beispiel muss die Lunge bei der Atmung unterstützt werden (eventuell mittels künstlicher Beatmung). Häufig wird der Darm nicht ausreichend durchblutet, so dass die Körpertemperatur nur schlecht aufrecht erhalten bleibt. Deshalb wird der Inkubatur von innen beheizt. Oft kann die Leber Stoffwechselprodukte nicht richtig abbauen, so dass das Kind Anfällig für Gelbsucht ist. Die Krankheit kann aber mit der sogenannten Fototherapie geheilt werden. Die UV-Strahlung unterstützt den Abbau der Stoffwechselprodukte in der Haut. Die gesundheitsfördernden Maßnahmen sehen erschreckender aus, als sie sind. Oft sind Eltern zuerst entsetzt, wenn sie die vielen Schläuche und Kabel sehen, doch alle haben ihre Funktionen und helfen dem Kind. Die Neonatologie zielt darauf ab, dass das Kind so schnell wie möglich ohne die Geräte leben kann.

Ein Kind im Brutkasten ist für die Eltern zumeist eine harte Belastungsprobe. Doch die hilflosen Eltern sollten den Mut nicht verlieren. Die Neonatologie hat in den letzten Jahren große Fortschritte gezeigt und die Sterblichkeitsrate der zu früh geborenen Kinder ist stark zurück gegangen. Zudem konnten Störungen in der Spätentwicklung oft verhindert werden. Lassen Sie sich von den zuständigen Ärzten gut informieren und vertrauen Sie auf deren Fachkompetenz. Sie werden alles tun, damit Ihr Kind bald eigenständig und ohne bleibende Schäden leben kann.