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Mutterpass: Erklärungen

Mutterpass ab wann: Wird eine Schwangerschaft nachgewiesen, erhält die werdende Mutter den sogenannten Mutterpass. In das Heft werden alle Untersuchungen, Medikamente und Besonderheiten eingetragen, die im Zusammenhang mit der Schwangerschaft stehen. In diesem Heft werden zudem alle Ergebnisse verschiedener Untersuchungen dokumentiert, so dass die Schwangere stets den Überblick behält. Aber auch für behandelnde Ärzte ist diese Auflistung wichtig, da bei auftretenden Komplikationen eine schnelle Einsicht in den bisherigen Schwangerschaftsverlauf, die Vorgeschichte und den Fortschritt der Schwangerschaft möglich ist. Im Folgenden werden die Inhalte des Mutterpasses näher erläutert.

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Blutgruppe und Rhesusfaktor (a): An dieser Stelle wird die Blutgruppe der Schwangeren eingetragen. Ist die Gabe von Blutkonserven nötig, wissen die Ärzte sofort, welche Blutgruppe die Betroffene hat. Noch wichtiger ist aber die Bestimmung des sogenannten Resusfaktors, der Aufschluss darüber gibt, ob die Schwangere in der zweiten Schwangerschaftshälfte (ab der 28. Woche) eine Rhesusprophylaxe benötigt. Die Blutkreisläufe von Mutter und Kind sind zwar im Prinzip separat, dennoch können kleinste Blutmengen des Kindes in das Blut der Mutter gelangen. Hat die Mutter diesen speziellen Rhesusfaktor nicht (Rhesus-negativ), das Kind aber schon (da es ihn vom Vater geerbt hat, Rhesus-positiv), „behandeln“ die Blutzellen der Mutter dieses Rhesusfaktor als Feind und bilden Antikörper gegen ihn. In der derzeitigen Schwangerschaft führt dies zwar nicht zu Komplikationen, jedoch kann es bei folgenden Schwangerschaften zu Problemen kommen. Die Rhesusprophylaxe hemmt die Bildung der Antikörper, welche sich gegen den Rhesusfaktor der Blutzellen des Kindes richten. Dabei bekommt die Schwangere eine Spritze in der zweiten Schwangerschaftshälfte sowie eine weitere nach der Geburt des Kindes.

Antikörper (Blutgruppen-AK) (b): Eine regelmäßige Kontrolle, ob die Schwangere Antikörper bildet, ist wichtig. Diese Antikörper können sich gegen den Rhesusfaktor des Kindes oder gegen andere Faktoren richten, die ebenfalls im Zusammenhang mit der Blutgruppe stehen.

Antikörper gegen Röteln (c): Die meisten Frauen sind gegen Röteln geimpft oder sind bereits daran erkrankt. In beiden Fällen ist zumeist ein ausreichender Schutz (Immunität) vorhanden. Bei Unsicherheiten lässt sich dies jederzeit durch eine Blutentnahme prüfen. Der Schutz ist besonders wichtig für schwangere Frauen, da eine akute Rötelinfektion für das Kind gefährlich sein kann. Während der Schwangerschaft kann allerdings nicht mehr geimpft werden. Daher werden junge Mädchen bereits ab 11 Jahren geimpft. Schwangere mit unzureichendem Schutz sollten sämtliche Infektionsquellen meiden, um sich nicht anzustecken. Eine regelmäßige Kontrolle während der Schwangerschaft kann eine akute Infektion ausschließen. Bemerken Schwangere einen plötzlichen Hautausschlag, muss der Arzt umgehend darüber informiert werden.

Antikörper gegen Toxoplasmose: Toxoplasmose wird über Haustiere, vor allem Katzen, übertragen. Zudem können sich Schwangere beim Verzehr von rohem Fleisch und ungewaschenen Salat infizieren. Auch Toxoplasmose kann für das ungeborene Kind gefährlich werden, sofern sich die Mutter ansteckt. Etwa die Hälfte aller Frauen haben sich in ihrem Leben die Krankheit bereits durchgemacht, wodurch die erneute Ansteckung sehr unwahrscheinlich ist. Frauen, die noch nicht an Toxoplasmose erkrankt sind, sollten sich von Katzenklos fern halten und diese keinesfalls säubern, da die Erreger hier etwa ein bis zwei Tage überleben. Zudem sollten diese Frauen kein rohes Fleisch essen wie zum Beispiel Tartar und Medium-Steak. Erkranken Schwangere dennoch, kann die Gabe von Antibiotika helfen. Zudem wird das Kind per Ultraschall engmaschig überwacht. Die Kosten von etwa 25 Euro für dieses Screening werden nicht von der Krankenkasse übernommen, sondern fallen unter die Individuelle Gesundheitsleistung (IgEL).

HIV (AIDS-Virus): In Deutschland steigt die Rate der mit dem Human Immunodeficiency Virus (HIV) erkrankten Menschen. Zudem infizieren sich immer mehr Personen, die nicht zu den bekannten Risikogruppen gehören. Bricht der Virus aus, kommt es zu der Immunschwäche AIDS. Das HI-Virus kann über den Mutterkuchen in das Kind gelangen. Dies passiert vor allem während der Wehentätigkeit. Daher werden Kinder von HIV infizierten Müttern generell per Kaiserschnitt entbunden. Jedoch ist die Ansteckung des Kindes durch Maßnahmen wie eine medikamentöse Behandlung und eine maximale Senkung der so genannten Viruslast äußerst gering. Jede Schwangere in Deutschland kann sich anonym testen lassen und sollte dies auch tun.

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Schwangerschaftswoche (a): Das errechnen der genauen Schwangerschaftswoche ist etwas verwirrend. Während einige Ärzte die sogenannte vollende Schwangerschaft ermitteln, rechnen andere Ärzte die begonnene Schwangerschaftswoche aus. Die Berechnung ist vergleichbar mit einem 11jährigen Mädchen, das im 12. Lebensjahr ist.

Symphysen-Fundus-Abstand (b): Früher diente die Messung zur Ermittlung des Wachstums des Kindes. Heute wird die Untersuchung zumeist durch die wesentlich exaktere Messung per Ultraschall ersetzt.

Blutdruck (c): Verändert sich der Blutdruck, sollte dies nicht auf die leichte Schulter genommen werden, da ein zu hoher oder niedriger Blutdruck gefährlich für Mutter und Kind sein kann. Deshalb wird eine regelmäßige Messung durchgeführt – entweder durch den Arzt oder durch die Schwangere selbst mit einem entsprechenden Gerät, das die Selbstbedienung erlaubt.

Hämoglobin (d): Hier soll der Blutfarbstoffwert eingetragen werden. Niedrige Werte werden oft durch Eisenmangel hervorgerufen.

Urinuntersuchungen (e):

  • Eiweiß: Im Zusammenhang mit einem zu hohen Blutdruck ist der Eiweißgehalt im Urin bedeutsam. Viele Schwangere scheiden allerdings geringe Mengen Eiweiß aus, was keinen negativen Einfluss auf das Kind hat.

  • Zucker: Sind die Zuckerwerte im Urin sehr hoch, kann dies ein Hinweis auf die Zuckerkrankheit sein. Allerdings ist der ermittelte Wert nicht zuverlässig, da manchmal vermehrt Zucker im Urin ist, ohne dass die Zuckerkrankheit vorliegt oder die Konzentration gering ist, obwohl Diabetes vorliegt.

  • Nitrit: Nitrit wird durch Bakterien gebildet und kann daher als sicherer Hinweis auf eine bakterielle Infektion gewertet werden. Bei schwangeren Frauen sollte jede Infektion behandelt werden, selbst wenn keine Symptome auftreten, da die Infektion fortschreiten und sogar Wehen auslösen kann.

Vaginale Untersuchung (f): Hier werden alle Resultate der Tastuntersuchung des Gebärmutterhalses notiert. Begleitend zur Tastuntersuchung ist eine Ultraschallmessung des Gebärmutterhalses sinnvoll.

Sonstiges (g): An dieser Stelle können Auffälligkeiten und Besonderheiten vermerkt werden wie zum Beispiel der pH-Wert der Scheide. Der optimale Wert hierbei liegt bei 4.0.

Seiten 5 und 6

Hier können Risikofaktoren eingetragen werden, die bereits vor der Schwangerschaft bestanden haben (A) oder erst während der Schwangerschaft hinzu gekommen sind (B). Zusätzlich können an dieser Stelle Termine beim Frauenarzt datiert werden.

Seiten 7 und 8

Auf diesen Seiten erfolgt die Eintragung aller stationären Krankenhausaufenthalte, sofern es welche gibt. Zudem wird hier die Gabe von Medikamenten zur Unterstützung der fetalen Lungenreife bei frühzeitigen Wehen oder die Durchführung einer Fruchtwasserpunktion notiert. Zudem sollten die Ergebnisse des Zuckerbelastungstests festgehalten werden, der jeder Schwangeren angeboten werden sollte. Der restliche Platz dient zur Eintragung aller Ergebnisse der üblichen drei Ultraschalluntersuchungen.