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Nägelkauen

Viele Menschen haben die Angewohnheit, sich ihre Nägel ab zu kauen. Bei manchen Betroffenen ist der Zwang sogar so stark ausgeprägt, dass die Fingerkuppen anfangen zu schmerzen oder gar zu bluten. Das Nägelkauen lässt sich schwer abgewöhnen, doch mit einigen Tipps können die Fingernägel bald wieder schön und gepflegt aussehen.

Das Nägelkauen (Onychophagie) ist hierzulande weit verbreitet. Experten schätzen, dass etwa zehn Prozent der Erwachsenen und deutlich mehr Kinder unter diesem Zwang leiden. Das Nägelkauen lässt sich sogar schon bei Kindern zwischen vier und sechs Jahren beobachten. Zudem beginnen viele Jugendliche in der turbulenten und ereignisreichen Pubertät mit dem Nägelkauen, bei einigen von ihnen ist es jedoch nur eine vorübergehende Phase. Während Jungen und Mädchen in der Jugendzeit etwa gleich oft betroffen sind, kauen deutlich mehr erwachsene Frauen als Männer an ihren Fingernägeln.

Ursachen: Vor allem in stressigen Situationen, wie bei großen Herausforderungen im Job, scheint das Nägelkauen besonderen Zuspruch zu finden. Unbewusst führen Betroffene ihren Fingernagel zwischen die Zähne und knabbern so lange, bis die Fingerkuppe schmerzt oder gar blutet. Die Onychophagie dient dabei als Ventil, um Stress abzubauen. Angst, Anspannung und Stress sind die häufigsten auslösenden Faktoren.

Symptome: Einige Menschen betreiben das Nägelkauen so intensiv, dass die Nägel keinen weißen Rand mehr haben, brüchig sind und schmerzen. Zudem kann sich das Nagelbett entzünden und bluten. Ganz zu schweigen von der nicht gerade ästhetischen Optik. Deshalb haben viele Betroffene Schwierigkeiten im sozialen Leben, da ihnen ein einfacher Handruck Probleme bereiten kann und sie sich für ihre schlechte Angewohnheit schämen.

Nägelkauen bei Kindern: Beim Nägelkauen bei Kindern handelt es sich oftmals um eine vorübergehende Phase. Eltern brauchen sich deshalb nicht zu beunruhigen, jedoch sollten sie etwas gegen die schlechte Angewohnheit unternehmen. Strafen helfen dabei gar nichts, sie führen lediglich zu Auseinandersetzungen und Trotzhaltungen. Statt dessen sollten die Eltern das Kind belohnen, wenn es nicht kaut bzw. ihm einen Anreiz zum Aufhören bieten. Kinder können zum Beispiel mit einem Zoobesuch belohnt werden, wenn die Nägel etwas gewachsen sind.

Mit dem Nägelkauen aufhören: Nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene können sich mit Hilfe einiger Tricks das Nägelkauen abgewöhnen. Voraussetzung ist allerdings wie bei jeder Sucht, dass der Betroffene den Willen hat, mit der Angewohnheit aufzuhören.

Zuallererst sollten Sie sich genau überlegen, in welchen Situationen und warum Sie an den Nägeln beißen. In schwachen Momenten kann die Vorstellung, bald schöne, lange Nägel zu haben helfen, von den Nägeln abzulassen. Gleichzeitig ist es sinnvoll, die Hände zu beschäftigen (z.Bsp. eine Faust ballen, Finger ineinander legen oder Tätigkeiten im Haushalt). Falls die Situation es zulässt, können Sie zudem vorübergehend Handschuhe tragen, um aus der Routine auszubrechen. Denken Sie sich zudem eine Belohnung aus, die Sie sich nach zwei „kaufreien“ Wochen gönnen. Sofern Ihnen eine stressige Zeit bevorsteht, sollten Sie sich im Vorfeld überlegen wie Sie gezielt Stress abbauen und sich mehr Entspannung einrichten können. Zudem ist es sinnvoll, Freunde oder Familienmitglieder über die Abgewöhnung zu informieren, damit sie im Falle des Knabbers sofort eingreifen, Sie aber auch motivieren und unterstützen.

Alternativ können vorübergehend künstliche Fingernägel helfen. Sie werden fest auf den eigenen Nagel aufgeklebt und sind sind resistent gegen das Kauen. Sobald Sie sich das Fingernägelkauen abgewöhnt haben, können die unechten Nägel wieder abgenommen werden. Unauffällige Modelle gibt es auch für Männer.

Die Apotheke hilft: Die Apotheke bietet verschiedene Tinkturen und Lacke mit einem bitteren Geschmack. Diese werden auf die Nägel gepinselt und unterbinden so die ungewollte Angewohnheit. Zudem können Betroffene besser beobachten, wann und in welchen Situationen sie vermehrt an den Nägeln kauen.

Therapie: Aus therapeutischer Sicht besteht kein dringender Handlungsbedarf, sie deuten das Nägelkauen allenfalls als Verhaltensauffälligkeit. Wer allerdings im Alltag und im sozialen Leben eingeschränkt ist und aufgrund des Nägelkauens schwerwiegende Probleme hat, sollte einen Therapeuten aufsuchen. In einer Therapie können Patienten zum Beispiel lernen, wie sie besser mit Stress umgehen können und welche Verhaltensänderungen gegen die Onychophagie helfen.