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Pfeiffersches Drüsenfieber (infektiöse Mononukleose)

Das Pfeiffersche Drüsenfieber ist eine weit verbreitete Viruserkrankung, die normalerweise komplikationslos verläuft. Die Krankheit wird durch das Epstein-Barr-Virus (EBV) ausgelöst und insbesondere von Fieber und Schwellungen der Lymphknoten begleitet.

Symptome: Erwachsene bekommen meist zu Beginn der Erkrankung grippeähnliche Symptome wie Müdigkeit (kann mehrere Monate andauern), Hals-, Kopf- und Muskelschmerzen. Zudem kommt es häufig zu Schwellungen der Lympknoten an Hals, Nacken und in seltenen Fällen in den Achselhöhlen. Nach ein bis zwei Wochen tritt dann oftmals Fieber ein. Weitere mögliche Beschwerden sind Übelkeit, Schmerzen im Oberbauch (durch eine eventuelle Vergrößerung der Milz), die Vergrößerung der Leber (bei etwa 5 Prozent der Erkrankten) und Ausschlag. Letzterer ist oftmals auf die antibiotische Therpaie mit Ampicillin zurückzuführen.

Wird das Pfeiffersche Drüsenfieber chronisch, können viele Symptome wie Fieber, Müdigkeit, Schlappheit, depressive Verstimmungen, Motivationslosigkeit und Lymphknotenschwellungen monatelang oder gar jahrelang anhalten.

Ursachen: Das Pfeiffersche Drüsenfieber wird durch das Epstein-Barr-Virus (EBV) ausgelöst, welches durch die sogenannte Tröpfcheninfektion (durch Niesen, Husten oder Speichelkontakt) übertragen wird. Deshalb wird die Viruserkrankung oft scherzhaft als „Kusskrankheit“ oder „Studentenfieber“ bezeichnet.

Diagnose: Die Diagnose ist in vielen Fällen nicht ganz einfach, da die Hauptsymptome wie Abgeschlagenheit und Müdigkeit auf viele verschiedene Erkrankungen zurückzuführen sind. Werden allerdings Antikörper gegen das Epstein-Barr-Virus im Blut entdeckt oder wir eine Veränderung der weißen Blutkörperchen (Leukozypten) erkannt, kann mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit die richtige Diagnose erstellt werden. Allerdings lassen sich die Antikörper noch nicht zu Beginn im Blut nachweisen, deshalb ist eine wiederholte Kontrolle sinnvoll.

Behandlung/ Therapie: Medikamente, die gezielt gegen das Pfeiffersche Drüsenfieber helfen, gibt es derzeit noch nicht. Jedoch ist die Einnahme von Antibiotika empfehlenswert, wenn es zu einer Mandelinfektion mit Streptokokken kommt. Hierbei ist von der Medikation mit Ampicillin abzuraten, da der Wirkstoff häufig Hautausschläge verursacht. Sinnvoll kann in einigen Fällen die Gabe von Kortison sein, wenn etwa eine Entzündung des Gehirns (Enzephalitis), eine infektiös bedingte Blutarmut (autoimmunhämolytische Anämie) oder eine Armut an Blutblättchen (Thrombozytopenie) auftritt. Bei einigen Patienten helfen zudem virushemmende Arzneimittel.

Selten kommt es bei Betroffenen zu einer Vergrößerung der Milz. Droht diese zu reißen, muss sie unter Umständen operativ entnommen werden.

Krankheitsverlauf: Meistens verläuft das Pfeiffersche Drüsenfieber harmlos und die Beschwerden klingen häufig nach zwei bis drei Wochen wieder ab. Selten hält die Erkrankung länger an und nur bei wenigen Erkrankten kommt es zu Komplikationen wie ein Milzriss, Übergriff auf das Zentralnervensystem (Gehirnentzündung, Hirnhautentzündung), Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis) oder Herzbeutel (Perikarditis), Krankheiten des Blutsystems (Blutarmut oder Armut an Blutblättchen) und eine Nierenentzündung.

Menschen mit einem geschwächten Immunsystem (wie zum Beispiel HIV-Patienten) sind von diesen seltenen Komplikationen bedroht: Tumore der Lymphknoten, Krebserkrankungen im Nasen-Rachen-Bereich, ungefährliche Gewebeneubildung am Zungenrand.

Ansteckung/ Ubertragung des Virus: Patienten mit dem Pfeifferschen Drüsenfieber müssen keinesfalls isoliert werden. Sie sollten aber darauf achten, keinen Speichel zu übertragen, da in diesem Fall die Ansteckungsgefahr hoch ist. Küssen ist während der Krankheitsdauer deshalb absolut tabu. Zudem lässt sich das für die Krankheit verantwortliche Epstein-Barr-Virus noch einige Monate im Speichel nachweisen.