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Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)

Bei der Schilddrüsenüberfunktion produziert die Schilddrüse zu viele Schilddrüsenhormone. Infolge dessen wird der Stoffwechsel angeregt und Betroffene klagen häufig über Unruhe und Nervosität.

Symptome: Bei etwa 70 bis 90 Prozent der Patienten mit Hyperthyreose ist die Schilddrüse vergrößert, diese wird dann als Kropf oder Struma bezeichnet. Zudem treten oftmals Symptome wie Unruhe, Nervosität, übermäßiges Schwitzen, zittrige Hände, Hitzewallungen, erhöhter Puls, Muskelschwäche, warme und feuchte Haut, Reizbarkeit, innere Unruhe und erhöhter Haarausfall auf. Viele Patienten leiden außerdem unter Schlafstörungen und können in emotionalen Situationen Tränen schwer zurückhalten.

Ursachen: Die Schilddrüsenüberfunktion kann von verschiedenen Faktoren verursacht werden:

Bei der Autoimmunerkrankung Morbus Basedow produziert der Organismus irrtümlicherweise Antikörper, die sich gegen die Schilddrüse richten. Dieses Krankheitsbild ist vor allem bei Frauen zu beobachten, die Gründe hierfür sind aber noch weitgehend ungeklärt. Zudem scheint die Autoimmunerkrankung erblich bedingt zu sein, da sich die Fälle innerhalb einer Familie häufen. Rund die Hälfte aller Patienten mit Morbus Basedow leiden unter Symptomen am Auge- sei es eine leichte Bindehautreizung, ausgeprägte Trockenheit der Augen oder gar ein „Doppeltsehen“. Diese Augenbeschwerden werden in der Medizin als endokrine Orbitopathie bezeichnet.

Die autonome Hyperthyreose dagegen wird oftmals aufgrund eines Jodmangels ausgelöst, der wiederum zur Vergrößerung der Schilddrüse führt und eine knotige Beschaffenheit begünstigt. Durch den Jodmangel bildet die Schilddrüse zu wenig Hormone. Dies versucht das Organ durch eine deutliche Vergrößerung zu kompensieren.

In seltenen Fällen geht die Schilddrüsenüberfunktion auf eine Entzündung der Schilddrüse (Thyreoiditis) oder auf verschiedene Formen des Schilddrüsenkrebses zurück. Zudem kann eine Überdosis an Schilddrüsenhormonen eine Hyperthyreose auslösen. Weitere mögliche Ursachen sind eine Unempfindlichkeit gegen die Schilddrüsenhormone, die Zufuhr jodreicher Medikamente und Kontrastmittel-Untersuchungen.

Wann ist der Arztbesuch ratsam? Bei Verdacht auf eine Schilddrüsenüberfunktion sollten Betroffene umgehend einen Arzt der inneren Medizin aufsuchen (Internisten). Dieser wird vorerst eine Anamnese mit dem Patienten durchführen. Der Patient beschreibt dabei seine Beschwerden und informiert den Arzt über die Einnahme jodhaltiger Medikamente.

Diagnose: Wird der Verdacht auf Hyperthyreose vom Arzt bestätigt, wird dieser zunächst die Menge der Schilddrüsenhormone im Blut bestimmen. Bei der Schilddrüsenüberfunktion ist die Konzentration der Hormone erhöht. Anschließend wird mittels verschiedener Untersuchungen nach der Ursache der Hyperthyreose gesucht. Bei Morbus Basedow lassen sich beispielweise Antikörper im Blut nachweisen. Eine Ultraschalluntersuchung gibt Aufschluss über Größe und Form der Schilddrüse. Unter Umständen werden außerdem Gewebeproben entnommen. Fällt der Verdacht auf eine Schilddrüsenautonomie, ist die sogenannte Szintigraphie sinnvoll. Dabei wird dem Patienten eine spezielle Substanz gespritzt, die sich in den hormonbildenden Bereichen der Schilddrüse ansammelt und ein farbliches Bild der Schilddrüse ermöglicht.

Behandlung: Die Therapie richtet sich nach der Ursache der Erkrankung. Jede Behandlung wird in der Regel von den Betroffenen gut vertragen und kann die Symptome effektiv lindern. Durch spezielle Medikamente wird die Schilddrüsenhormonproduktion reduziert, in etwa ein bis zwei Monaten pendelt sich der Stoffwechsel ein. Die Schilddrüsenwerte werden dann regelmäßig überprüft. Eine andere Behandlung wird mit Hilfe radiaktivem Jod durchgeführt, welches in der Schilddrüse das aktive Gewebe zerstört und den Stoffwechsel somit neutralisiert. Bei dieser Maßnahme kann es bei einigen Patienten allerdings zur Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) kommen. Ein operativer Eingriff wird erst dann vorgenommen, wenn zuvor der Schilddrüsenstoffwechsel mittels Medikamente normalisiert wurde. Operativ kann ein Knoten an der Schilddrüse ganz oder partiell entfernt werden. Auch die Operation kann zu einer Schilddrüsenunterfunktion führen, die dann medikamentös behandelt werden muss.

Übrigens: Die meisten Beschwerden, welche durch die Schilddrüsenüberfunktion bedingt sind, lassen sich mit Hilfe der Medikamente schnell in den Griff bekommen. Auch körperliche Veränderungen wie Haarausfall und Gewichtsabnahme normalisieren sich wieder. Patienten haben also äußerst gute Chancen ein völlig normales Leben zu führen.

Je nach Ursache der Hyperthyreose können keine präventiven Maßnahmen durchgeführt werden. Es ist aber sinnvoll, auf eine jodreiche Ernährung zu achten. Ein Erwachsener benötigt etwa 180 bis 200 Mikrogramm Jod pro Tag. Bei Schwangeren und stillenden Frauen liegt der Bedarf bei ca. 260 Mikrogramm pro Tag. Das Jod ist zum Beispiel in Speisesalz und in verschiedenen Seefischen enthalten. Schwangere und stillende Frauen können nach Absprache mit dem Arzt zusätzlich Jodidtabletten einnehmen.