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Wahl der Geburtsklinik

© Secret Side - Fotolia.comDie Wahl der Geburtsklinik ist nicht immer ganz einfach. In den letzten Jahren hat sich der Konkurrenzkampf zwischen den verschiedenen Geburtskliniken deutlich verstärkt, dies ist vor allem auf die sinkende Geburtsrate zurückzuführen. Infolge dessen haben sich viele Kliniken in Hinsicht auf ihre Ausstattung enorm verbessert. Einige bieten ein Roma-Rad, andere verfügen über multifunktionale Kreißbetten oder sogenannte Gebärwannen. Für jeden Geschmack gibt es zahlreiche Möglichkeiten, um die Geburt so angenehm wie möglich zu gestalten. Dennoch sollte die werdende Mutter ihr Augenmerk nicht allzu sehr auf die Ausstattung richten. Viel wichtiger ist das Fachpersonal. Zum Beispiel kann es von Vorteil sein, wenn ein erfahrener Kinderarzt (Neonatologe) zur Verfügung steht, wenn etwa Komplikationen auftreten. Zudem ist ein Entspannungsbad in beinahe allen Kliniken vorhanden, sofern eine Unterwassergeburt gewünscht wird (was allerdings eine eher unnatürliche Methode ist).

Fast alle Krankenhäuser bieten einmal im Monat einen Informationsabenden an, in dem sich die Hebammen und Geburtshelfer vorstellen, die werdenden Eltern die Räumlichkeiten ansehen dürfen und eventuelle Fragen beantwortet werden. Die Schwangere kann so entscheiden, welche Klinik vertrauenswürdig erscheint und wo sie sich wohl fühlen wird. Zudem kann sie sich einen Eindruck über den Ober- oder Chefarzt verschaffen.

Beleghebamme: Viele Frauen suchen gezielt nach einer Beleghebamme. Diese ist in einer Klinik angestellt und kann ihre Patientinnen eigenständig betreuen. Die werdende Mutter lernt diese bereit während der Schwangerschaft kennen, denn die Hebamme übernimmt in dieser Zeit einige Voruntersuchungen und beantwortet sämtliche Fragen der Schwangeren. Beginnt die Geburt, ruft die werdende Mutter die Beleghebamme an. Viele Frauen empfinden die Entbindung angenehmer, wenn sie die Hebamme gut kennen und sie ihr sympathisch sind. Die Beleghebamme rechnet die Geburt direkt mit der Krankenkasse ab. Allerdings kann sich die Suche nach einer geeigneten Beleghebamme schwierig gestalten, da es noch nicht viele von ihnen gibt. Dies liegt vor allem daran, dass der Beruf sehr anstrengend ist und weitgehend in das Privatleben der Geburtshelferin eingreift, zum anderen lehnen viele Kliniken solche sogenannten „flexiblen“ Verträge ab. Deshalb müssen einige Frauen auf die herkömmlichen Hebammen zurückgreifen, die sie sich nicht selbst aussuchen können. Die Entbindung findet dann in der normalen Geburtsklinik statt. Schwangere sollten aber nicht an der Kompetenz der Hebamme zweifeln, selbst wenn sie noch sehr jung ist. Sie hat in ihrer Ausbildung bereits etliche Geburten begleitet und weiß, was zu tun ist. Zudem sind jüngere Hebammen noch nicht so routiniert wie ihre älteren Kolleginnen.

Ambulante Geburt: Eine Alternative zur gängigen Klinikgeburt ist die ambulante Geburt. Sofern die Schwangerschaft komplikationslos verläuft und eine entsprechende Vorbereitung getroffen wurde, können die Eltern bereits wenige Stunden nach der Geburt die Klinik verlassen. In diesem Fall kommt eine Hebamme zu den Paaren nach Hause, um sie dort noch einige Tage lang zu begleiten und ihnen beratend zur Seite zu stehen. Viele Krankenhäuser verfügen über Informationsmaterial, das sich auf die ambulante Geburt bezieht.

Geburt zu Hause: Viele Paare stellen sich die Geburt in den eigenen vier Wänden sehr harmonisch vor. Dennoch konnte sich die Hausgeburt in Deutschland nicht durchsetzen. Und auch die Entbindung in einem Geburtshaus ist äußerst selten. In beiden Fällen ist kein Arzt anwesend, so dass bei Komplikationen schnelle Hilfe fehlt. Leider passiert es nicht selten, dass Probleme bei einer Geburt auftreten, obwohl die gesamte Schwangerschaft komplikationslos verlief. So muss die Schwangere zum Beispiel zuerst in die Klinik gebracht werden, bevor ein Notkaiserschnitt durchgeführt werden kann. Dadurch entsteht zum einen Hektik und andererseits besteht hierbei ein Risiko für Mutter und Kind.

Wassergeburt: Bei der Wassergeburt sitzt die Schwangere in einer großen Badewanne, in der sie ihr Kind zur Welt bringt. Sobald das Kind geboren ist, wird es aus dem Wasser geholt und anschließend versorgt. Während früher eher Entspannungsbäder vor der Entbundung genutzt wurden, wählen heute einige Frauen die Geburt in das Wasser. Die Wassergeburt ist heiß umstritten. Befürworter sagen, dass die Mutter entspannter ist und das Kind sich wohler fühlt, wenn es von der warmen Gebärmutter erst in das warme Wasser „rutscht“, bevor es an die kältere Luft gelangt. Gegner der Methode befürchten, dass die Mutter aufgrund des warmen Wassers Kreislaufprobleme bekommen könnte, der Blutverlust durch das Wasser nicht genau bestimmt werden kann und dass das Wasser durch Blut, Urin, Fruchtwasser und selten auch mit Stuhlgang verdreckt ist. Ob eine Wassergeburt infrage kommt, muss jede Schwangere für sich persönlich entscheiden. Nur sie kann die Vor- und Nachteile für sich abwägen.

Folgende Checkliste hilft bei der Wahl der Geburtsklinik:

  • Wie wirken die Räumlichkeiten? (Kreißsaal, Wochenbettstation)

  • Verfügt die Klinik über eine Gebärwanne?

  • Ist die Geburtsklinik offen für alternative Gebärmöglichkeiten? (Gebärhocker, Vierfüßlerstand)

  • Steht ein Arzt während der Geburt permanent zur Verfügung?

  • Sind Kinderärzte (Neonatologen) schnell erreichbar?

  • Ist der Kaiserschnitt im Notfall möglich?

  • Wird eine Periduralanästhesie (PDA) angeboten? Wer führt diese durch?

  • Arbeiten Beleghebammen für die Geburtsklinik?

  • Vorausgesetzt eine Nabelblutspende wird gewünscht: bietet das Krankenhaus eine solche an?