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Wochenbett

Das Wochenbett beginnt direkt nach der Geburt des Mutterkuchens und dauert etwa sechs bis acht Wochen lang. In dieser Zeit bilden sich sämtliche Veränderungen des Körpers der Frau zurück. Zudem können sich Mutter und Kind kennen lernen und sich aneinander gewöhnen. Sofern die Mutter stillen möchte, tritt der Milcheinschuss ein und die Mutter kann ihre ersten Erfahrungen im Stillen sammeln.

Indem der Mutterkuchen bei der Geburt abgeht, kommt es im Wochenbett zu einem spürbaren Rückgang der Hormonproduktion, die während der Schwangerschaft vom Mutterkuchen gebildet wurden. Dieser Hormonrückgang führt zu Veränderungen des weiblichen Körpers. Das geht nicht ganz spurlos an der Frau vorbei, so wird beispielsweise 5 bis 10 Liter Wasser ausgeschwemmt, das sich während der Schwangerschaft eingelagert hat. Dies macht sich durch häufige Toilettengänge bemerkbar. Die Gebärmutter verkleinert sich und nimmt an Gewicht ab. Wie hoch die Gebärmutter steht, lässt sich durch Ertasten von außen kontrollieren. Vielleicht wird der neuen Mutter auffallen, dass der Haarausfall zunimmt. Dies ist aber völlig normal, da der Haarverlust während der Schwangerschaft vermindert wird. Die Behaarung an sich nimmt also nicht ab.

Durch die starken Hormonveränderungen kommt es zu den sogenannten Heultagen. Viele Frauen leiden unter einer depressiven Verstimmung, die mit dem Gefühl der Erschöpfung und häufig auch Überforderung einher geht. Zum Glück verschwinden die Heultage (Wochenbettdepression) oftmals so plötzlich wie sie gekommen sind. Hält die depressive Verstimmung länger als eine Woche an, sollte der Arzt aufgesucht werden.

In der Zeit nach der Geburt kommt es zudem zu körperlichen Veränderungen, die mit Hilfe von Rückbildungsgymnastik positiv beeinflusst werden kann. Viele Kliniken werden von kompetenten Physiotherapeutinnen besucht, die den neuen Müttern effektive Übungen zeigen. Wichtig dabei ist jedoch, dass die Frauen nach dem Aufenthalt in der Klinik diese Gymnastikübungen zu Hause fortsetzen. Vor allem Frauen, die eine vaginale Geburt hinter sich haben, sollten den Beckenboden mit entsprechenden Übungen trainieren. Damit kann das Risiko einer Harninkontinenz gesenkt werden. Auch die Beckenbodengymnastik sollte noch einige Monate nach der Entbindung erfolgen.

Grundsätzlich findet ein Abschlussgespräch mit dem Arzt statt, bevor die Mutter die Klinik verlässt. In diesem Gespräch bekommt die Frau noch einmal Auskünfte über die Heilung eventueller Geburtsverletzungen, über verschiedene Veränderungen des Körpers und Hinweise beim Stillen. Aus hygienischen Gründen sollte innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen kein Geschlechtsverkehr stattfinden. Zumindest so lange, bis der Wochenfluss aufgehört hat. Aber Vorsicht: das Stillen ist kein ausreichendes Verhütungsmittel. Jeder Geschlechtsverkehr sollte deshalb mit schwangerschaftsverhütenden Maßnahmen einher gehen, denn sonst kann die frisch gebackene Mutter direkt wieder Schwanger werden. Vorerst bewähren sich vor allem Kondome, da sie außerdem vor Infektionen schützen. In den darauf folgenden Wochen (sechs Wochen nach der vaginalen Geburt und vier Wochen nach dem Kaiserschnitt) kann ein anderes Verhütungsmittel gefunden werden. Die Frauenärztin kann bei der Entscheidung beratend zur Seite stehen. Sinnvoll ist zum Beispiel die Minipille, welche nur Gelbkörperhormone enthält, oder die Einlage eines Pessars.

Jede Wöcherin bekommt auf Wunsch nach der Geburt bis zu zehn Tage täglich Besuch von der Hebamme (Wochenbettbetreuung). Die Kosten hierfür trägt die Krankenkasse. Die Geburtshilfe überprüft die Rückbildung und Wundheilung. Die beantwortet zudem sämtliche Fragen und steht zeigt das richtige Stillen. Nach Absprache kann die Betreuung durch die Hebamme sogar nach den zehn Tagen erfolgen.